Archiv für den Monat September 2011

Die Welt als Pony und Vorstellung

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Stellen wir uns vor, wir nämen alle konstruierten Gegensätze aus der Welt, stampften die Strukturen ein und ignorierten die Institutionen. Was würden wir sehen?

Meine Antwort auf diese Frage ist eine metaphysische Antwort und sie lautet: Wir sähen ein Pony. Das Pony an sich um genau zu sein. Rosa Hufe, Rosa Rücken; sehr süß insgesamt.

„Pah!“ rufen jetzt die Phliosoph_innenponies. „Ist doch der selbe Quatsch wie beim mürrischen alten Opi Schopi. Dinge an sich kann man garnicht erkennen. Apriori und so. “

„Ja… wohl!“, sag ich dann, „woher sollte ich sonst wissen, dass sie rosa und knuddelig sind.“

Was meinte dieser Schopenhauer denn nun eigentlich? Im Wesentlichen drei Dinge:

1. Alles Scheiße!

2. Ich bin schlauer als Kant und Hegel ist der letzte Vollpfosten, dessen Dämlichkeit nur noch von der Gesamtheit der Frauen übertroffen wird.

3. Was wir über die sicheren Datenbahnen unserer Sinne als unsere Welt erkennen bleibt unsere Vorstellung, aus der wir uns wissenschaftlich nicht herauswinden können. Abstrahiert man aber das Dinghafte von den Dingen, bleibt am ehesten etwas übrig, was man als Willen beschreiben könnte. Unser Begehren, dass wir der Welt entgegenschleudern und sie dadurch erst mit Sinn ausstatten.

(Bei den Punkten 1 und 2 bin ich mir ziemlich sicher. 3 könnte ich falsch verstanden haben.)

Wir haben es hier mit einem zirkulären (2->3->1->2…) und in sich widersprüchlichen (1 und 2= falsch) Schluss zu tun, was in dieser Kombination ziemlich originell ist: Aus 2 folgt 3, woraus wiederum 1 abgeleitet werden kann.

Bedingung der Möglichkeit der Wahrheit von These 2 ist allerdings, dass sich der Sprecher  den in 3 zum „An sich“ erklärten Willen zueigen gemacht hat und These 1 zumindest in Bezug auf die eigene (männliche) Identität negiert.

Ich würde folgendermaßen umformulieren:

1. Alles ist total großartig.

2. Ich bin ein gutes Pony und auch nicht schlauer als alle anderen Ponies.

3. Wenn wir vom Erscheinungscharakter der Dinge abstrahieren, was natürlich nicht geht, bleibt unser Begehren übrig, als Pony unter Ponies anerkannt zu werden.

So rum wird ein Huf draus!

Was ich sonst noch sagen wollte:  Der ideale Diskurs ist Schweigen, Die ideale Gesellschaft ist irrelevant und das unterscheidungsfreie Wahrnehmen ist der Tod.

 

*Klugscheißmodus aus*

What is ponyamory?

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What is ponyamory?

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Ponyamory is a concept for the community of  ponies, who can´t take serious concepts seriously, although experiencing their seriousity day by day.

Ponyamory is about declaring that yourself and your friends are cute little ponies. It´s not about denying reality, it´s about making it colourful, adoreable and awsome.

Ponyamory knows only one essence or actuality, which is the actuality of ponity. It will accept any other definition, ponies give themselves, but it will keep seing the latently maintaining pony inside everypony.

Ponyamory is for everypony that sees itself included in the concept of „everypony“, as it is for everypony else.

Ponyamory loves love, the world, everypony who loves the world, everypony who loves love, everypony who loves everypony and finally everypony.

Ponyamory opposes a hierarchic ranking of relationships or ponies as well as any attempt to kill time by defining a time-ignoring and inflexible model of love, relationship or kind of relationship.

Ponyamory knows that friendship is magic. It also knows that magic without friendship is nothing but narcism.

Ponyamory is a wooden spoon, permanently hitting the balls of pickup in a soft and tickling way, until it may one day understand, that friendship ain´t the wooden spoon but the game pickup misinterpreted successfully.

Ponyamory is not focused on sexuality, it doesn´t care if you have sex, want sex or don´t like sex at all.

Ponyamory is not focused on gender, it doesn´t care if you have gender, want gender or don´t like gender at all.

Ponyamory is not sodomy in the sense of having sex with animals. It nontheless remains sodomy in the older, broader meaning, which covered all kinds of queers, perverts and sexual freaks, for everypony will be believed to be a freak if it strongly believes in its ponity or even tries to enlighten anypony about it.

Ponyamory doesn´t claim to know about the real world. It just claims to be able to cope with it.

Ponyamory is not post-gender. It is a way of coping with gender, heteronormativity, capitalism, racism and all the other structures anypony may refer to as the „Gesamtscheiße“.

Ponyamory is also a way of reflecting readymade relationships and the time spent watching TV-shows for little girls.

Ponyamory is somewhere halfway between „free love“ and „free hugs“.

Ponyamory is not opposed to Brony-culture, but critizises it for taking and closing spaces unconciously by defending their gender identity, which is a very understandable thing in the present situation of a society, which keeps ignoring their ponity.

Ponyamory won´t give you rules to structure your life according to, it will give you a warm hug, a hot cup of tea and some kind of decent conversation about bubbles and stuff.

Eine ungewöhnliche Begegnung

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Treffen sich ein Dispositiv und ein Pony. Sagt das Pony: „Hüüüh“ Das Dispositiv guckt ganz komisch. „Was bist du denn? Ich kann dich garnicht einordnen.“ „Ich bin ein Pony!“, sagt das Pony „Ich suche nach saftigen Weiden und son Kram. Aber so abstrakten Figuren wie dir begegnet man auch selten. Was bist du denn?“ „Ich bin ein Dispositiv!“ sagt das Dispositiv stolz und macht ein Dispositivgeräusch. „Das Geschlechtsdispositiv, um genauzusein. Die Menschen sind irgendwann auf den Trichter gekommen, dass nur die Hälfte von ihnen Kinder bekommen kann. Dann haben sie mich damit beauftragt, alle neuen Menschen, die geboren werden in diese Kategorien einzuordnen, damit man das besser erkennen kann. Ich muss dann hinterher auch immer kontrollieren, ob die das auch einhalten.“ „Hui.“, sagt das Pony. „Das hört sich aber ganz schön anstrengend an. Ordnest du auch Ponies ein?“ „Das macht ein anderes Dispositiv, aber es hat gerade Mittagspause, also pass auf, dass es dich nicht sieht. Eigentlich dürftest du hier garnicht sein, glaube ich.“
Das Pony wird etwas nervös und schaut sich um. „Wenn ihr ständig alle kontrolliert, ihr Dispositive, warum sieht man euch dann so selten?“ fragt es. „Das steht in unserem Arbeitsvertrag.“ das Dispositiv wird etwas ernster. „Wir müssen uns im Hintergrund halten, weil wir die Leute sonst in ihrem Stolz kränken würden. Wenn sie uns sehen, wollen sie oft nichts mehr von uns wissen. Viele werden auch aggressiv und wollen sich rächen, wenn sie uns die Schuld an irgendwas geben können. Neeenee… Das ist schon besser so wie es ist.“ Das Pony nickt verständnisvoll. „Eigentlich…“ Das Dispositiv zögert und sieht nachdenklich aus. „Eigentlich wollte ich auch nie ein Dispositiv werden. Eigentlich wollte ich Holzfäller sein. In Kanada. Aber irgendwann wollte ich dann was Sicheres, wo man gestalten kann und gefordert ist und so… Und jetzt häng ich da irgendwie drin… Ich mach das ja auch irgendwie gerne, weißt du… Und ich denke mir, dass ich das auch gut mache. Die Leute kommen alle klar damit, wie ich das mache. Und sie haben sich daran gewöhnt. Wenn jetzt ein anderes Dispositiv meinen Job macht, hätte ich Angst, dass es zu streng mit ihnen ist. Verantwortung, weißt du?“
Das Pony ist verwirrt, aber es hat keine Zeit, richtig darüber nachzudenken. „Mist!“ zischt das Dispositiv. „Da hinten kommt das andere Dispositiv, vor dem ich dich gewarnt hatte. Du musst dich verstecken!“ „Aber wo denn?“, das Pony bekommt Angst. „Da vorne ist eine kleine Lücke zwischen den Geschlechtern, wo ich die Leute immer reinpacke. Ich bin da in letzter Zeit öfters drüber gestolpert, und du passt da ziemlich genau rein. Komm. Beeil dich!“
Das Pony macht, was ihm geraten wird. Und es passt wirklich ziemlich gut in diese Lücke hinein. „Warum,“ fragt es sich, „ist hier bloß eine Ponygroße Lücke zwischen den Geschlechtern?“ Dann sieht es den Tunnel.

tbc